Romanserie versus TV-Miniserie?

Um Synergien mit anderen Medien zu erzielen, ist nicht entscheidend, auf welchem Kanal ein Titel erstmals auftaucht. Heutzutage ist es normal, dass Bücher als Printmedien, eBooks und als Hörbücher erscheinen, dass Filme auf den Bühnen von Theatern gespielt werden oder Theaterstücke verfilmt werden.

Aus erfolgreichen Filmen werden TV-Serien oder Computer Games, Zeitungen veröffentlichen Romane in Fortsetzungen, Webserien werden von Fernsehsendern aufgegriffen und als Prime Time Serie produziert.

Literaturverfilmungen gibt es schon seit langer Zeit.

Klimaschutz kann nur erfolgreich werden, wenn sein Thema massentauglich wird, also ein Konsens über konsequente Maßnahmen in breiten Bevölkerungsschichten vorherrscht. Andernfalls verharrt Klimaschutz in den elitären Kreisen derjenigen, die gemeinhin als "ständige Bedenkenträger" gelten.

Deren Ansprüche werden allzu oft von ihrem konkreten Handeln konterkariert. Es wirkt eben bigott, einerseits dem selbständigen Handwerker seinen alten Diesellieferwagen zu verbieten, andererseits selbst regelmäßig die Langstrecken im Flugverkehr zu bevölkern.

Da klafft eine Glaubwürdigkeitslücke zwischen denjenigen, die sich einem Klimaschutz als Statussymbol verschreiben, und denjenigen, die sich ebenfalls Sorgen um die Zerstörung der Lebensgrundlagen machen, aber sich die passenden Lifestyle Accessoires für ein lupenreines Öko-Image nicht leisten können.

  • Die Miniserie, und die Romanserie Morignone, beanspruchen, solche menschlichen Widersprüche unterhaltsam abzubilden, sie zu ironisieren und zu überzeichnen. Oft ist der Humor das einzige Mittel, sich einem schwierigen und "wissenschaftlich trockenen" Thema zu nähern. Es geht darum, auch die menschlichen Leidenschaften nicht auszuklammern, denn wer das tut, negiert die Triebkräfte, die auf Erden aus der Natur des Menschen heraus eine gewaltige Menge an Energie verkonsumieren.

  • Nicht jeder Bürger kann sich mit einem entsagungsvollen Leben als Selbstversorger in einer Landkooperative anfreunden, deren moralischer Impetus bei vielen eher zu einer Trotzreaktion führt. Leider lässt sich beobachten, dass nicht wenige Bürger beim nächsten Autokauf ein paar PS draufsatteln, anstelle eines Pkw´s das neueste SUV.

  • Mit moralischen Kategorien erreicht man eben höchstens, dass sich viele von sinnvollen Anstrengungen zum Klimaschutz abgrenzen, das Thema letzten Endes nur einem politischen Lager anhaftet, dessen zahlenmäßige Bedeutung innerhalb der Weltgemeinschaft nur eine Minderheit ausmacht. So sind die Herausforderungen nicht zu stemmen.

  • Es bedarf tatsächlich einer weltweiten Massenbewegung, noch umfassender als bei der weltweiten Ächtung des Ozonkillers FCKW, um eine drohende Klimakatastrophe abzuwenden. 

  • Man mag über die Filme von Roland Emmerich denken, wie man will, durch ihre triviale Machart wurden viele auf die bedrohliche Entwicklung der Erderwärmung aufmerksam.

  • Der Effekt solcher Werke bleibt zwar traditionell zeitlich begrenzt, und sofern es immer einen Superhelden gibt, der die Menschheit rettet, kann sich der einzelne ja bequem im Kinosessel zurücklehnen, mehr als einen Tag lang denkt der Kinobesucher vermutlich nicht darüber nach.

  • Aber es bleibt doch etwas hängen.

  • Eine TV-Serie kann dementgegen über einen längeren Zeitraum gesellschaftlich relevante Themen anspielen und muss weniger auf VFX-Effekte setzen. Der lebensnahe Serienheld wird eher zum Mitglied der TV-Familie als der archetypische Kinofilmheld.

  • Auf unserem Weg mit Morignone mögliche Synergien zu ermitteln und bestenfalls zu erreichen, heißt kleine Schritte nicht geringzuschätzen, um bereit für größere zu sein!

  • Volker Lüdecke, 2018

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  • Dank an Seeyou Rent für die freundliche Unterstützung der Dreharbeiten des Pilotfilms zur Miniserie Morignonein Berlin im Sommer 2015!

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  • Dank an Alex Berlin für die Unterstützung der Dreharbeiten in eurem Studio in der Voltastraße 5!

in der Voltastraße 5!

© Foto by Volker Lüdecke

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